Kai Nesau – Poetry Slam, Lyrik und Lachen

Soziale Evolution

Liebe Zuhörer,
wir brauchen uns alle nichts mehr vorzumachen, die Wirtschaftskrise war der Anfang vom Ende mit fortschreitender Industrialisierung wird sich unser System in den nächsten Jahren in einen unwirklichen Lebensraum verwandeln. Es müssen Lösungen her.
Und ich habe mich bei der Suche nach einer gesellschaftsfähigen Lösung für einen Fortbestand der menschlichen Spezies einer Methode aus der Schulzeit bedient.
Ich habe abgeguckt. Und zwar in der Natur. Neben tropischen Fischen, die mir mit ihrer Schönheit fast den Alltagspessimismus geraubt hätten, und der Entdeckung, dass Schweine angeblich einen 30 Minuten Orgasmus haben, bin ich auch ein Tier gestoßen, das sich mir anfänglich als Lösung für das Problem präsentierte.
Bei näherer Betrachtung allerdings musste ich feststellen, dass bereits eine evolutionäre Anpassung an unsere Gesellschaft stattgefunden hat, und sich Nachfahren dieses Tieres mitten zwischen uns befinden.
Es geht um den Nacktmull. Oder wie in die Biologen nennen: Heterocephalus glaber.
Bei der Übersetzung des Begriffes ergibt sich folgendes:
Hetero steht als Zusatz bei lateinischen Begriffen immer für anders, ungleich oder abweichend.
Cephalus bedeutet so viel wie Kopf. Glaber steht für Haarlos.
Okay, dann sind Nacktmulle also abweichende Haarlose Köpfe.
Wenn man dann noch bedenkt, dass dieser Begriff das Wort Ce und Phallus enthält und Nacktmulle wie hässliche Penisse mit großen Zähnen aussehen, konnte ich meinen Verdacht nicht mehr unterdrücken.
Nazis stammen vom Nacktmull ab.
Beflügelt von dieser möglicherweise weltverändernden Entdeckung, die sämtliche Rassenfragen in ein neues Licht stellen könnte, begann ich meine Suche nach Beweisen.

Die Nacktmulle rotten sich grundsätzlich in Gruppen zusammen. Eine Nacktmullkolonie besteht aus 20-300 Penisköpfchen und funktioniert nach ihren eigenen Regeln, ziemlich unabhängig vom umliegenden Ökosystem.
Nacktmulle sind zwar Säugetiere, verhalten sich aber eher wie stumpfsinnige Insekten.
Dies liegt auch an der Nacktmull-Hierarchie, die in einer solchen Kolonie herrscht.
Es gibt eine Basisbevölkerung, diese teilt sich in verschiedene Gruppen auf.
Sehr junge Tiere, die sich um den Nachwuchs kümmern, Quasi die Gruppenleiter der Nacktmulljugend.
Die etwas älteren aber noch nicht ausgereiften Mulle sind sog. Gräber, sie graben und untergaben das System.
Reiferei Nacktmulle wiederum bezeichnet man als Soldaten und diese sichern das System gegen Eindringlinge von außen.

Es gibt im Bau oder in der Gruppe immer nur einen Herrscher bzw. eine Herrscherin, die Führerin oder Königin ist das einzige Wesen das reinen Nacktmullnachwuchs produziert.
Interessanterweise finden sich hier deutliche Parallelen zum gewünschten Gesellschaftsystem unserer Zweibeinigen Penisköpfe, nur starkes reines Erbgut darf sich fortpflanzen. Die Nacktmullkönigin ist nämlich genetisch die Stärkste unter ihren Artgenossen, und produziert deshalb nur starke und reine Nachfahren. Die Reproduktion der weniger Starken und nicht systemfähigen Nachkommen wird durch massiven Stress verhindert.
Die Führung übt starken psychischen Druck auf alle anderen Weibchen aus, so dass diese nicht gebärfähig sind, und so eine Verunreinigung des nacktmullschen Genpool verhindert wird.

Die Männer werden neben den bereits erwähnten Aufgaben unter anderem zur Befruchtung der Nacktmullmutti benutzt. Hier zeigen sich ebenfalls deutliche Hinweise auf das aktuelle Sozialverhalten der deutschen Nacktmulle. Nach der Reproduktion oder Vermehrung ziehen sich diese aus dem aktiven Geschehen häufig zurück, ja verlassen sogar teilweise das System, so dass ein Großteil der aktiven Mulle jung, unreif und ohne Nachwuchs ist.
Im Erdloch der Vorfahren spielte sich ein ähnliches Schauspiel ab. Nacktmullmännchen altern nach der Paarung deutlich schneller und verlieren an Systemrelevanz. Es hat hier also eindeutig eine Anpassung an die moderne Sozialisierung stattgefunden.

Ein weiteres evolutionäres Merkmal ist die meist haarlose Beschaffenheit der Oberfläche.
Wie der Name Nacktmull an sich schon sagt, kennzeichnen sich diese Tiere durch ihre offenkundige Nacktheit. Ein behaarter Mull würde von der Gruppe verstoßen, da er sich nicht der gruppenkonformen Uniformiertheit anpasst.
Dieses Verhalten und Erkennungsmerkmal tritt bei den besonders eifrigen und aktiven sprechenden Mullen ebenfalls auf. Hierbei gilt das Zeichen der Haarlosigkeit immer noch als das prägnanteste Merkmal um seine Rassenzugehörigkeit als Nacktmullnachfahre zu präsentieren.
Erstaunlich ist hierbei, dass es der Evolution gelungen ist eine biologische Besonderheit zu erhalten, die Schmerzfreiheit der Haut. Dieser fehlt eine Substanz welche Schmerzen als solche wirken lässt, und sie sind somit schmerzunempfindlich.
Auch den Nachfahren des gemeinen Nacktmulls würde oft eine gewisse Schmerzfreiheit nachgesagt.
Dies zeigt sich nicht nur bei einer ausgesprochenen Renitenz im Umgang mit körperlichen Übergriffen, sondern bestätigt ebenfalls die These, dass Blödheit eben doch weh tut, sich merken es nur nicht.

Als letztes sollte dann noch der Umgang mit Ausscheidungen jeglicher Art wissenschaftlich Erwähnung finden. Hier wurden ebenfalls weite Teile des Verhaltens in unsere Gesellschaft implementiert.
Der Nacktmull verfügt über ausgesprochen ausgeprägte Ausscheidungsorgane, die es ihm ermöglichen hochkonzentrierte Nebenprodukte auszusondern.
Das zweibeinige Exemplar hat diese Fähigkeit sogar noch erweitert und ist in der Lage sowohl rektal als auch verbal konzentrierte Scheisse von sich zu geben.
Zur Nutzung aller Ressourcen ist es bei Nacktmullen üblich die Exkremente noch einmal zu sich zu nehmen, um ihnen allen gehaltvollen Inhalt zu entziehen.
Auch dieses Verfahren findet sich in der der Verbaldefäkation unserer laufenden Nacktmulle ebenfalls wieder. Je öfter sie ihre Ausscheidungen wiederholen, umso so gehaltloser werden sie.

Die bei meiner Untersuchung festgestellten Parallelen lassen aus meiner Sicht nur einen Schluss zu.
Der gemeine Nazi stammt vom Nacktmull ab.
Somit wäre auch die Herkunftsfrage relativ schnell geklärt und der Wunsch nach einer Heimat für ihre eigene Rasse ließe ich logistisch und sozialverträglich gut organisieren.
Die Heimat des Nacktmulls liegt in Ostafrika.
Also schickt sie alle zurück in die Wüste.