Kai Nesau – Poetry Slam, Lyrik und Lachen

Düfte

Der Tisch gedeckt, die Speisen duften,
Genuss als Lohn für all das Schuften.
Kinderlachen, die Freude groß,
das Essen geht jetzt endlich los.
Der Blick zum Kind lässt Böses ahnen,
die Augen starr, es hilft kein Warnen.
Röte steigt ihm ins Gesicht,
Mutter betet: Bitte nicht!!!
Dann entlädt sich feucht und warm,
in die Bux der Kinderdarm.
Geruch vom Essen in der Luft,
doch meldet sich ein neuer Duft
die Nuancen der leckeren Speise,
riechen nun nach Kinderschei…
Das Essen möchte man probieren,
das Kind ganz einfach ignorieren.
Schwerkraft nimmt die Entscheidung ab,
denn es läuft braun am Stuhl hinab.
Den Eltern sinkt hierbei der Mut,
dem Kind, dem geht es richtig gut.
Der Stuhl ist warm, der Magen leer:
„was habt ihr bloß, schnell Essen her!“
Jetzt gilt nur noch der Gruppenwille,
„Kind du bist jetzt bitte Stille!“
Unter Protest ins Bad bemüht,
und dort sehr gründlich abgesprüht.
Wohlriechend, sauber, richtig frisch,
geht es dann zurück zu Tisch.
Unberührt steht noch das Essen dort,
die Hitze ist inzwischen fort.
Nach der Arbeit, nun Vergnügen,
und doch schmeckt es allen Lieben.
Der Nachtisch dreht zwar seine Runden,
doch Schokomousse will keinem munden.