Kai Nesau – Poetry Slam, Lyrik und Lachen

Traumhülle

Wir alle tragen sie in uns, Gedanken
und Wünsche nach Nähe und Teilen.
Manche tragen sie raus, leben sie aus,
ohne lang zu verweilen.
Sie sind selten allein,
doch häufig einsam.

Andere warten bis sie eine Form finden,
der sie ihre Träume in Verwahrung geben.
Eine schillernde Seifenblase,
die sich langsam mit Nähe füllt,
beginnt zu schweben.
Wunderschön tanzt sie in der Luft,
scheint leer
und ist innen doch so
schwer.
Und man beobachtet nur
wie sie zu Boden sinkt,
beim ersten Aufprall zerspringt,
und mit ihr alle Träume zerplatzen.

Manch einer denkt,
dass man besser einlenkt,
denn beim Greifen nach Sternen
kann man doch lernen,
sich von Zerbrechlichem entfernen,
eine feste Form entdecken
um seine Gedanken zu verstecken,
und in Ruhe die eigenen Wunden zu lecken.

Meine Ideale fülle
ich weiter in eine Seifenblase,
sie zeigt sich in tausenden Farben und Formen,
entwindet sich Normen
denn in ihrer kurzen Phase,
ist sie die perfekte Hülle
für meine Träume,
die mich stützen,
ich muss sie nur vor dem Aufprall schützen.