Kai Nesau – Poetry Slam, Lyrik und Lachen

Auf alten Wegen

Der Weg, den ich einst verließ liegt wieder vor mir,

läuft unter meinen Füßen dahin und fühlt  sich weich und leicht.

Die zerklüftete Landschaft ist sattem Grün gewichen,

und klare frische Luft füllt meine Lungen.

Mein Geist wandert mit mir auf sorglosen Pfaden

und scheint zu vergessen, dass ich diesen Weg

einst ganz bewusst verließ.

Verließ um meinen eigenen Weg zu gehen,

nicht mehr für jeden Schritt nach vorne kämpfen zu müssen,

und dabei zu spüren, dass ich mich rückwärts bewege.

Und jetzt führt mich dieser neue Weg wieder zurück,

nicht dahin wo ich einst war,

aber dahin wo ich einst dachte hinzuwollen.

Links und rechts hat sich die Landschaft verändert,

aber der Weg ist derselbe,

mit all seinen Windungen, Steigungen und Gefällen

bahnt er sich unaufhaltsam weiter durch neues Gebiet.

Eine Weile auf ihm zu verweilen erfüllt mich mit Freude,

den Weg verlassen zu können gibt mir Sicherheit,

aber wenn ich merke, dass ich seinen Lauf zu beeinflussen vermag

ergibt sich ein Wechselspiel aus Hoffnung und Unsicherheit ,

genährt durch die Angst meinen Weg zu verlieren.