Kai Nesau – Poetry Slam, Lyrik und Lachen

Kai on Tour- Urlaub im Osten Tag 1-5


Freitag, Juli 16th, 2010

Moin,
nachdem mein Urlaubstagebuch ( für alle ab Jahrgang 1990, so nannte man früher die Blogs ) vom letzten Sommer recht gut ankam und irgendwie auch Grundlage war mein geistigen Irrungen öffentlich zu machen, hier nun Sommer 2010.

Vor dem Urlaub:
Ruhe und Entspannung, kaum zu tun auf der Arbeit und warum?
FESTPLATTEN CRASH der Super Gau und natürlich alles drauf, Arbeitsdaten, Kundendaten, Fotos, Texte, mein Leben.
No Risk no Fun, ich fahr nen Bulli ohne Airbag wer braucht da schon ne Datensicherung? Jetzt freut sich eine Spezialfirma mit Labor aus Hannover, die gerade damit beschäftigt ist die Daten von der Platte zu kratzen. Hardwareschaden ist teuer, Kostenvoranschlag 800 Tacken. Olé.
Man merke: Datensicherung im Labor 800 Euro, externe Festplatte 100 Euro, externe Datensicherung 0 Euro, das alles rechtzeitig beherzigen unbezahlbar.

Im Urlaub:
1. Tag Montag der 12.7.2010 WM vorbei 35 Grad im Schatten, ab in den Heidepark.
Wenn Menschen im Kolossos sitzen,
und vor allem von der Hitze Schwitzen,
man sich ein kühles Plätzchen sucht,
ab geht’s in die Piratenbucht.

Scheiss auf Achterbahn, wenn kleine Piratenschiffe durch ein Becken fahren bewaffnet mit 8 Wasserkanonen hinter denen Kinder sowie Väter eine Mordsvergnügen haben, wenn sie die ebenfalls mit Wasserkanonen ausgestatteten Gäste um das Becken nass machen dürfen. Wie Geil, wir sind gleich zweimal rein, und patschnass wieder raus.

2. Tag
Ab nach Dresden, nach schnell den Piratenkaptain Maik in Magdeburg rausgeschmissen und dann tief in die Zone.
Abends gab es dann kulturelles Katzenfutter inklusiv exzessivem Tannenzäpfle trinken.
Zwischen den Nachfolgenden White Russian muss ich dann irgendwann gegen 2 Uhr nach in Helmstedt angerufen haben, es war wohl nur die Mailbox dran. Laut Aussage des Besitzers hätte ich mich abfällig über den Dresdener Dialekt geäußert.
An dieser Stelle muss ich mich entschuldigen: Sorry Dominik, war echt spät, aber ich wusste du warst noch wach.
An alle Dresdener: Wir sprechen wie ihr schreibt!!!! Aber eure Alt- und Neustadt ist schöner, nehmt es sportlich.

3+ 4 Tag Dresden- Brandburg-Spreewald- Frankfurt/Oder-Usedom
Hitze.
Entschluss gefasst, Sucht ist zu groß.
Ab in einen Mediamarkt, ich brauch was zum Schreiben und Surfen. Jetzt stolzer Besitzer eines Netbooks.
Noch mehr Hitze.
Ich muss hier raus.
Ab ins Auto, und Richtung Meer.
Und dann ging’s durch Brandenburg.

Brandenburg du Perle unseres Landes, du Zuflucht zwischen Oder und Zivilisation.
3 Dinge fallen mir zu Brandenburg ein:
1. Es gibt mehr Blitzer als Arbeitsplätze
2. Frankfurt Oder ist die hässlichste Stadt die ich je gesehen habe.
3. Das schönste in Brandenburg ist: Berlin und der Spreewald
Den Rest hat Rainald Grebe schon treffend beschrieben.
Wer mich vom Gegenteil überzeugen möchte, schickt bitte eine aussagekräftige Bewerbung an: da-wohnt-freiwillig-kei@nesau.de

Nach Tag 3 dann abends die Erkenntnis: Kapitalismus welcome.
Irgendein Campinplatz am See:
Wohnmobilplätze ohne Strom, also direkt auf den Platz.
Baden nur bis 20 Uhr.
Toiletten gesperrt von 11-13 Uhr wegen Reinigung. Unterschrift: nur im Notfall benutzen
Strom nach 2 Stunden wech, keiner mehr an der Rezeption, trotzdem voll gezahlt. Mach ich doch gerne, war schließlich nachts trotzdem Baden, und wenn ich nicht um 11 schon wech gewesen wäre, hätte ich euch noch nen Notfallhaufen extra dagelassen.

Tag 4 Abends:
Ziel 1 erreicht Usedom:
Parkplatz in Strandnähe gefunden. Abends Shisha und Mücken.

Tag 5 16.7.2010 morgens:
Morgens am Strandparkplatz: Typ mit T-Shirt auf dem in übergroßen Lettern steht: ORDNUNGSAMT. “Hier bitte nicht parken, Wohnmobile einen weiter, aber ich sehe sie haben schon ein Parkticket gelöst, das gilt da auch” Parkticket??? Hab ich im Suff noch eins gelöst?? Blick nach vorn, kein Ticket. Das erklärt auch die übergroße Beschriftung auf dem Shirt. Bleibt noch eine Frage: wo war die Kamera von “Achtung Kontrolle”

Mittags:
Ich sitze auf dem Schicksalsberg und schau nach Mordor. Naja fast, das Ding heißt Glaubensberg und ich sehe Polen.
Netbook läuft, Suppe den Rücken runter und die nächsten Einträge im Blog werden poetische weil es keine Zusammenfassung von 5 Tagen sein werden. Fotos gibt es dann auch. Verbindungskabel liegt grad im Auto.
Bis denne
Schwitz, Schwitz.

WM Lyrik


Mittwoch, Juni 23rd, 2010

Das original von Schiller ist um einiges länger ;-)

Das Lied von der Vuvuzela

©Kai Nesau

Festgemauert in den Erden,
steht der Sieg für unser Land.
Ja, Weltmeisters woll´n wir werden.
Fahnen schwenken in der Hand.
Von der Ferne heiß,
höre ich nur Scheiss.
Lautes Dröhnen, kann´s nicht loben,
Kommt von hinten, unten, oben.

Den Titel wollen wir bereiten,
und hierzu singen deutsches Wort,
und musikalisches es begleiten,
doch ist der Rhythmus leider fort.
So lasst uns doch genau betrachten,
woher denn dieser Lärm entspringt.
Man kann die Quelle nur verachten,
die uns diesen Krach einbringt.
Was ist es, das uns verunzieret?
Und bringt uns fast um den Verstand,
dass man so richtig Wut verspürend:
die Vuvuzela in der Hand.

Blieb sie doch bei eurem Stamme,
nicht ins Stadion, lasst es sein.
Sonst stehn sie bald all in Flamme,
man lässt sie mehr nicht hinein.
Vuvuzels schlagt zu Brei,
schnell den Fangesang herbei.
Dass die dröhnend laute Scheise,
werde endlich wieder leise.

Sah-Tier will Präsident werden


Donnerstag, Juni 3rd, 2010

Fiktion an die Macht, eine Devise der schon lange in Berlin gefrönt wird, mit fiktiven Ideen und Versprechen geht es ganz nach oben, und wenn man erst mal auf den Stühlen der Macht Platz genommen hat, kann einem keiner mehr auf den Kopf spucken.

Keiner?? Nicht ganz El Presidente dient in unserem Rechtsstaat dazu, Kanzler und Konsorten die Meinung zu sagen und Ihnen ab und zu in die Suppe zu spucken. Dass Frau von der Leyen als Powermutti kochen kann, und ihrer Lehrerin Angela nur Schmackhaftes serviert ist wohl jedem klar, und deshalb bleibt dem gemeinen Bürger wohl nichts weiter übrig als zuzuschauen, wie sich die Obrigkeit ihr eigenes Präsidenten-Süppchen kocht.

Schade, ein bissiges kritisches “Etwas”, ohne jegliche juristische greifbare Präsenz wie das Sah-Tier, wäre an der Spitze unseres Staates zumindest eine unerwartete Abwechslung gewesen.

Während hierzulande das Loch, welches Herr Köhler in die starke Abwehr unserer Regierung gerissen hat das Volk beschäftigt und die Presse nur so vor Spekulationen sprudelt, sprudelt das schwarze Gold weiter vor Amerikas Küste. Dort wandelt es diese in bizarre Glitzerwelten, während man von BP immer wieder vorsichtig optimistische Einschätzungen hört, die sich am Ende doch wieder in ölgemalte  Scheisse verwandeln.

Wie kann man in so einer Welt seine Weltfriedensenergien nur noch gewinnbringend verarbeiten??
Buchen sie doch einfach eine Erlebniskreuzfahrt mit Gaza Lines. Zusammen mit anderen Touristen reisen Sie fernab jeglicher Logik in spannende Gewässer um dort von den ewig Leidenden und Verfolgten mal so richtig eins auf die Rübe zu kriegen.  Jetzt schauen alle in den Nahen Osten, aber geholfen hat  es keinem. Angegriffene verteilen sich wieder in die Welt und zeigen mit erhobenem Finger auf Israel, diese fühlen sich im Recht und wissen beim Blick auf ihr Vergangenheit-Mitleidskonto zwar, dass sie das Budget langsam überreizt haben, aber angesichts von Milliarden Minus-Beträgen im Rest der Welt hält auch dieses Konto noch so einiges aus.

MySlam.net Deutschlands größtes Poetry Slam Portal wird am 20.Mai 2 Jahre alt


Mittwoch, Mai 19th, 2010

Seit Mitte der 90er Jahre gibt es Poetry Slam in Deutschland. Die Szene erfreut sich immer größerer Beliebtheit und in jeder deutschen Großstadt findet sich inzwischen ein regelmäßiger Poetry Slam.
Früher wurden Termine über Mundpropaganda und Mailinglisten bekannt gegeben, doch seit 2 Jahren findet dieser Austausch überwiegend über MySlam.net den Nachfolger des Poetry-Slam-Portal.de statt.
Mit über 150 monatlichen Poetry Slam Terminen und Workshops, mehr als 370 Slam Orten und fast 850 Poeten findet hier zwischen Profi Slammern, Newcomern, Veranstaltern und Fans ein reger Austausch statt.
Kontaktmöglichkeiten untereinander wurden deutlich vereinfacht und so kann der Poet sich Termine suchen und in seinen persönlichen Kalender eintragen, Veranstalter haben die Möglichkeit Aufrufe zu ihren Slams zu machen. Fans können nach jeder Veranstaltung über den Kalender nach Informationen zu Teilnehmern und Gewinnern suchen, und so mehr über die Künstler erfahren und mit ihnen in persönlichen Kontakt treten.

Neben der Kalenderfunktion gibt es eine Poetry Slam Karte, ein Forum für Poeten und Fans, eigene Seiten für Fans und Poeten mit Gästebuch, Bewertungen und Auftrittskalender, außerdem ein Poeten-Ranking und den Zugriff auf diverse Medien der Poeten (> 660 Videos und >220 Bücher).

Seit Oktober 2009 gibt es MySlam zusätzlich in verschiedenen Sprachen und Poeten aus den USA, Polen und Skandinavien tauschen sich über das Webportal aus.
Seit der Gründung am 20.5.2008 gab es über 2 Millionen Seitenaufrufe und pro Monat aktuell etwa 65 000 Besucher.

MySlam.net ist offizieller Sponsor der deutschsprachigen Poetry Slam Meisterschaften 2010 im Ruhrgebiet.

Das Sah-Tier isst Giros


Sonntag, Mai 9th, 2010

Das Sah-Tier isst Giros, in diesen Tagen muss man sich solidarisieren.
Als das Zahlen der Rechnung mit den Worten: “Bei über 20 Miliarden Hilfe, muss ja wohl nen Gyros für lau drin sein” kommentiert wurden, warf man es aus dem Laden.
Man gut, das nicht alle Europäer ungezahlte Rechnungen mit einem Rauswurf beantworten.

“Wir schaffen das schon” lautet das Motto. Europa ist stark, und Deutschland hat eine Zukunft.

Mit dieser Vision im Hinterkopf das deutsche Nachtleben zu erbobern war allerdings die falsche Entscheidung.
“Du bist Deutschland” hieß es noch vor einigen Jahren über die Flimmerkiste.
“Du bist Scheisse” heißt es heute bei Betrachtung der nachwachsenden Bildungselite.
Fernab jeglicher Natürlichkeit findet sich die Zukunft unseres Landes am Wochenende in dunklen kleinenRäumen ein, um dort bei innerhalb der Feinstaubzonen bei künstlichen Feinstaub zu künstlichen Liedern künstliche Bewegungen zu zelebrieren.  Tongebend sind hier internationale Beats gepaart mit Sprache, deren Inhalt sich um ca 5 Wörter dreht. Aus Baby, World, Love, Move und Dance lassen sich ausreichend inhaltliche Varianten bilden, um die Kraft von Morgen über mehrer Stunden zu bündeln.
Wer erlebt hat wozu durchaus auch junge Menschen mit Hilfe von Fantasy, Kreativität und Sprache fähig sind, bezweilfelt, dass es sich bei den zappelnden Humanoiden um die selbe Spezies handelt.

Nach dem dem Zusammentreffen mit der Realität war das Sah-Tier durchaus bereit seinen persönlichen Teil zur Rettung der Akropolis zu leisten. Bei Betrachtung seiner Mitmenschen war Eigeninitiative wohl der einzige Weg.

Das Sah-Tier sah nüscht.


Freitag, April 16th, 2010

So gar nix zu sehen reckt man seinen Blick gen Himmel.
Während am südlichen Ende der EU alles bergab geht, und die anderen Staaten sehnsüchtig darauf warten endlich ihre Portmonaies über Griechendland auszukippen, geht im hohen Norden ein Berg ab, und zwar mit gewaltigem Knall.

Vor einem halben Jahr schwebte die schwarze Wolke aus Anleihen- und Aktienkurs-Asche noch über Islands Haushalt und jetzt nimmt sie direkten Kurs auf den Rest von Europa.  Das Land fühlt mit den Passagieren und die Hotelbetreiber reiben sich die Hände, nur auf die armen Fluglotsen schaut keiner, die dieser Tage doch mit einem grandisoens Streik den Flugverkehr lahm legen wollten.  Tja war die Natur wohl mal wieder schneller.
Mein Tipp: Synergieeffekte nutzen. Jetzt streiken und bei Schadensersatzansprüchen, alles den Isländern in die Schuhe schieben.

Und wie bereits erwartet sind weitere Soldaten in Afgahnistan gefallen.  Doch statt jede Woche einen Staatsakt bei diversen Soladatenbegräbnissen abzuhalten, hält Theo lieber Händchen und übt sich als Stewart beim Rückflug der verletzten Soldaten.  Immerhin er gibt sich Mühe, und bei allem Spott, seinen Job möchte ich im Moment auch nicht haben.
Dann lieber übergewichtig in der SPD Parteizentrale sitzen und die weiße Friedensfahne in den Wind hängen, unterstützt von ordentlich heißer Luft.   Schönen Gruß Herr Gabriel, wenn ihr Machtversuch in Berlin nicht enden soll wie in Niedersachsen habe ich einen heißen Tipp: Agieren statt Reagieren.

Auf der anderen Seite des Altantik traf sich eine internationale Delegation und diskutierte eifrig über die Gefahr der Atomwaffen und internationale Abrüstung.
Ergebnis: Kein Atommüll für Terroristen. TOLL!!!!!!!!!!

Wünsche allen ein schönes Wochenende, und wer Samstagabend zwei Daumen frei hat, möge diese doch heftigst für Hannover oder gegen Bayern München drücken!!!

Auf in eine neue Woche


Montag, April 12th, 2010

Liebe Freunde des schlechten Geschmacks,

ein tolle Slam Woche steht auf dem Programm und allen Hannoveranen kann ich nur nahe legen, haltet euch den Donnerstag frei.

Morgen werde ich meinen Hannover Poetry Slam Hintern erstmal zum Slam nach Detmold bewegen, während einer der Moderatoren, Markus Freise, bei den Nachtbardten in Linden zu Gast ist.
Am Donnerstag den 15.04.2010 steht dann der gute alte Hannover Macht Worte Slam in der Faust auf dem Programm, ein tolles Line up verspricht einen aufregenden Abend. Zu Gast sind u.a Till Reiners, Dominik Bartels, Michael Goere, Andi Substanz und Pauline Füg.
Samstag dann noch ab nach Magdeburg zum BücherFestival “umgeblättert” im Moritzhof.

Der Mai hält für Hannover aber noch eine ganz spezielle Woche bereit, mit “3 Tage Krach” gibts vom 20-22.5.2010 3 Poetry Slam Events hintereinader. Mehr dazu gibt in den nächsten Tagen.

Ich wünsche allen eine schöne April Woche

Das Sah-Tier sucht (faule) Eier


Freitag, April 9th, 2010

Was soll man an Ostern auch sonst machen und weit brauchte man nicht blicken.

Im Hindukusch kommen deutsche Soldaten bei Gefechten ums Leben, und da wir ja alle weiterhin so tun als wäre das eine Friedensmission im Nachbardorf sind alle plötzlich ganz perplex.  Doch wie erwartet gibt es Beileid statt Beistand und in einer kleinen Kiche in Niedersachen stehen plötzlich Kanzlerin, Verteidigungsminister, Ministerpräsident und 900 Soldaten vor der Tür uns trauern um die gefallen Kameraden, während sich ihre Kollegen in Afghanistan weiterhin in “etwas schwierigen” Umständen befinden.    Frage nach oben: Wieviele Soldaten-Beerdigungen werden Sie noch persönlich besuchen bevor Tote zum Alltag und Krieg in ihren Wortschatz gehören??

In Deutschland klagen die ausbildenden Betriebe laut über die Qualität des  Nachwuchses.  Bei der Investition in nachwachsende Rohstoffe wurde der eigene Nachwuchs wohl irgendwie vernachlässigt.  Moderne Erziehungsmethoden bei denen freie Entfaltung als höchstes Gut angesehen wird liegen noch voll im Trend, und Mütter die ihrem Kind im Supermarkt einen Klaps auf den Hintern geben werden wegen Misshandlung angezeigt. Produkt dieser jeglichem Darwinismus widersprechenden Entwicklung sind freie junge Menschen,  die Regeln als Empfehlung ansehen, Autoritäten als veraltete Erfindung des Establishment und deren Literaturinteresse nach 160 Zeichen aufhört.

Im nahen Osten hingegen findet ein von MILLIONEN verfolgter Wettsteit von Poeten und Dichtern statt und mit gesellschaftskritischen Texten schafft es in der männlich dominierten arabischen Welt eine Poetin auf den dritten Platz und richtet somit den Blick vieler anderer Länder auf die Probleme ihres Landes. Auch so kann Poesie funktionieren,  mein Respekt geht heute deshab ganz klar an Hissa Hilal.

Einladung der NPD


Donnerstag, April 1st, 2010

Als ich letzte Woche eine spontane Einladung der NPD erhielt, war ich anfangs etwas unschlüssig ob es nicht gesünder wäre der Versuchung nicht nachzugeben und sie auszuschlagen.

Ich wollte mir die Chance allerdings nicht entgehen lassen beim Treffen der deutschen Jugend Mecklenburg vorzusprechen und nahm die Einladung dankend an.
Gestern nachmittag war es dann so soweit. Das Spektakel begann bereits um 13 Uhr und mein Auftritt sollte nach dem Mittagsessen erfolgen.
Meine Frage für die eher ungewöhnliche Uhrzeit konnte ich mir sparen, da ich in den ersten Gesprächen beim Mittagessen  schnell bemerkte, dass der überwiegende Teil der Anwesenden weder einen Schulabschluss noch  eine geregelte haupt- oder nebenberufliche Tätigkeit nachweisen konnte.

Das Mittagessen war durchaus köstlich, bei Pilsener Urquell ließ ich mir die Hammelkeule zu Zaziki und Reis schmecken und lauschte den Gesprächen der Anwesenden, die sich einig darin waren, dass man alle ausländischen Einflüsse in Deutschland boykotieren müsse.

Vorrausschauend  was folgen sollte hatte ich mir meine Fahrtkosten im Vorfeld auszahlen lassen und mein Auto in der Nähe des Eingangs geparkt.

Nach einer kurzen  Begrüßungsrede des Vorsitzenden des Ortvereins  wurde ich auf die Bühne gerufen.

Ich begann meinen Vortrag mit einem lauten “Mehrhaba”,  als eine Reaktion auf die Provokation ausblieb erinnerte ich mich an den Bildungsgrad meiner Zuhörer und begrüßte die geistige Elite Mecklenburg Vorpommerns mit gestreckter Faust und einem lauten “Rotfront”, von diesem Moment an begannen sich die Fronten langsam zu klären.

Die Einleitung meines Poetry Slam Textes begann ich etwa so: Ich komme aus der schönen deutschen Stadt Hannover und möchte euch etwas über Rassen und Biologie erzählen *Beifall*. Schon lang ist uns klar, das unsere Gesellschaft im Wandel ist und sich Menschen ausbreiten die ihren Vorfahren im Tierreich immer noch sehr ähnlich sind *tosender Beifall* Diesen Menschen widme ich den folgenden Beitrag , damit sie aufwachen und hören was ich denke, * Beifall und Trampeln im ganzen Saal*.  Ich widme diesen Text: Euch allen. * Vereinzelt hören die Zuschauer auf mit dem Klatschen und schauen mich konsterniert an, die große Masse aber bemerkt nichts.

Ich beginne mit meinem  Text “soziale Evolution”

Die Stimmung im Saal verändert sich innerhalb der folgenden 5 Minuten drastisch. Begeisterung weicht Verwunderung, Verwunderung verwandelt sich in Fassungslosigkeit, Fassungslosigkeit wird zu Empörung, Empörung schlägt plötzlich um in Wut, Wut wird zu Agressivität und diese ist kurz vor der physischen Entladung als ich meinen Text beende und einen Sprint aus dem Saal beginne. Ich springe in mein Auto, fahre beim Rückwärtsstart noch drei schwarz weiß rot lackierte Schwalben um und veschwinde Richtung Hannover, dass ich nach dem Mittag nicht Wasser sondern die Luft aus den Autoreifen gelassen habe dürfte in den nächsten Minuten  bemerkt werden.

Das Sah-Tier sah….


Freitag, März 26th, 2010

… zurück in die letzte Woche.

Unter dieser Rubrik gibt es von mir für euch einen kleinen Rückblick auf das aktuelle Weltgeschehen.

In Hannover bebt die Oper und Wortakrobate brechen Zungen, Herzen und sämtliche Poetry Slam Rekorde bei einem der größten Einzel-Slams der deutschen Poetry Slam Szene.

In Griechenland freut man sich über die Zuneigung der anderen Staaten, und obwohl außer heißer Luft und kalter Worte noch kein einziger Euro geflossen ist, sieht man gute Chancen den Staatshaushalt zu sanieren. Glaube versetzt Berge, notfalls auch die Akropolis.

Im Vatikan wird auch geglaubt und weiter hinter verschlossenen Türen debattiert und der Hirte sieht die Wölfe zwischen seinen Schäfchen nicht. Stattdessen sitzt man die Sache lieber aus, schreibt Briefe an die Iren und übt sich in allgemeiner Gelassenheit. Statt Inquisition und Meucheln von Ungläubigen gibt es jetzt Erektion und streicheln von Gläubigen.

Mein Held der Woche Lawrence Murphy, Priester aus den USA, inzwischen verstorben. Er gründete 1950 eine Wohlfahrtstiftung für über 200 gehörlose homosexuelle Jungendliche. Wer nicht öffentlich zu seinen Neigungen stand konnte durch Murphy´s Stift die Absolution erhalten, geduldet durch den Heilligen Vater und einen seiner Kardinale. Man muss nur mit den richtigen Menschen verkehren.

Am anderen Ende der Welt streiten sich junge Pioniere mit alten Besserwissern nicht darum wer den Größten, sonders diesmal wer den Schnellsten hat. Der Silber-Graue Pfeil von Michael fährt den jungen Bullen aber immer noch artig hinterher. Und ob die fürstliche Entlohnung nur vorhandenes Kapital erhöht oder eine notwendige Finanzspritze ist, weil  für den ein oder anderen deutschen Rennpensionär der Börsencrash schneller als ein Formeleinswagen kam, ist reine Spekulation.
Und nicht zu vergessen, die Formel 1 wird grüner!!!!   Öko auch im Rennsport, Spritsparen dank Tankverbot. So schont man die Umwelt!!  Beide grünen Daumen hoch.!!

Und nicht zu vergessen die über Hundert Afghanen, die ihren Al Quaida Mitgliedsausweis zu Haus vergessen hatten und so als zivile Opfer der deutschen Opposition reichlich Zündstoff für ihre Kettensägen geben,  mit deinen eifrig am Stuhl von Herrn Gutenberg gesägt wird.
Taktisch unklug Herr Gabriel, Herr Jung hätte als Arbeitsminister schon von ganz alleine für echte Kritik gesorgt, und der einzige echte Konkurrent für Theo hat Ihnen schon einmal erfolgreich die Stirn geboten, bietet Ihnen aber wenig Futter für Diffamierung. Wir Hannoveraner sind halt die Besten!!

In diesem Sinne allen ein schönes Wochenende

Kai Nesau